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Business Trends
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Was bringt 2022 für das digitale Lernen?

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Was können wir in diesem Jahr beim digitalen Lernen erwarten? Was werden die dominierenden Technologien und Entwicklungen sein? Für den Education NewsCast konnten wir Jochen Robes und Gudrun Porath gewinnen, um gemeinsam einen Blick in die Glaskugel zum Thema Lernen in digitalen Unternehmenswelten und darüber hinaus in 2022 zu wagen. Für mich persönlich war natürlich einmal mehr spannend zu erfahren, ob das klassische e-Learning jetzt denn tatsächlich tot ist oder ob wir vielleicht nochmal genauer auf die Frage schauen sollten, was e-Learning denn in 2022 sein kann?

 

Gudrun Porath ist Journalistin und schreibt seit vielen Jahren zum Thema Corporate Learning. Jochen Robes ist Hochschullehrer, Berater und Autor des „Weiterbildungsblogs“. Mit beiden resümieren wir kurz das Jahr 2021 und blicken in die Glaskugel für 2022: Wo kann die Reise rund um Digitales- und Corporate Learning hingehen? Bekannte Themen tauchen dabei auf, die immer wichtiger wurden, wie digital unterstütztes Coaching, Lern-Marktplätze, Credentials & Skills, aber auch Themen wie die nationale Bildungsplattform, Kuratierung oder Change Management, um nur einige zu nennen. Wir reflektieren Entwicklungen im Bereich Events und Messen, sowie die Video-Meeting-Müdigkeit. Und wie immer schließen wir mit persönlichen Narrativen und Zielen unserer Gäste ab.

 

 

Eine ausführliche Besprechung dieser Episode gibt es von Johannes Starke auf seinem Blog.

Den kompletten EducationNewsCast gibt’s auf openSAP und allen bekannten Podcast-Plattformen:

🎧 openSAP
🎧 Apple
🎧 Spotify
🎧 Google

 

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      4 Comments
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      Lars Satow

      Digitales Lernen wird immer wichtiger. Ich denke, wir werden 2022 und darüber hinaus ein neues 70:30 Modell sehen: 70% digitales Lernen, 30% on the Job, <1% Präsenz.

      Author's profile photo Christoph Haffner
      Christoph Haffner
      Blog Post Author

      Ich denke auch, dasss es in diese Richtung gehen wird. Interessant ist dann auch, inwieweit Anbieter (wie z.B. SAP) auch das "learning on the job" noch besser unterstützen können.

      Author's profile photo Bianca Blass
      Bianca Blass

      Hi Christoph, hi Thomas

       

      danke euch für eine weitere Episode, die zum Nachdenken und Austausch anregt! Damit trägt eurer Podcast immer wieder zum kontinuierlichen Lernen von Learning Professionals bei 😊

      Die Diskussion hat mich darin bestätigt, dass Technologie Trends und Tools sicher „Enabler“ für digitales Lernen sein können, dass es aber nicht darum gehen kann, sich jeden Technologie Trend zu eigen zu machen und wahllos neue Tools auszuprobieren, um das „digitale Lernen“ möglichst noch mehr zu  optimieren. Es geht, wie Jochen richtig sagte, jetzt um Systematisierung und Priorisierung. Dabei finde ich immer noch die spannendste Frage: Was macht einen „User“ zum Lernenden? Oder aus Sicht des Lernenden: Warum und wozu will ich mich denn jetzt mit diesem Thema oder diesem Tool beschäftigen? Was ist mein Bedarf, welches Bedürfnis steckt denn dahinter? Das kam mir in euer Diskussion etwas zu kurz. Vielleicht schau ich mir dieses Video jetzt einfach nur aus Neugier und Interesse an. Klar, dabei lern ich was. Auch bei dem nächsten Podcast, den ich mir anhöre. Dass wir alle ständig implizit lernen, wenn wir mit offenem Mindset durch die Welt laufen und Neues ausprobieren ist ein Low Brainer. Irgendwann komm ich aber doch an den Punkt, an dem ich mich frage: Macht es Sinn, mir das nächste Video auch noch rein zu ziehen oder noch ein neues Tool auszuprobieren? Was will ich denn unabhängig von meinem akuten Informations- oder Erlebnisbedürfnisses mittel- oder langfristig erreichen? Was ist mein Ziel (dabei ist m.E. völlig zweitrangig ob man das jetzt Lern- oder Kompetenzziel nennt, ob das Ziel jetzt auf der Mikro- oder Makro Ebene angesiedelt ist). Erst wenn das Ziel klar ist, können wir m.E. entscheiden, wie wir am effektivsten lernen. Da kommt auch das Thema „Nachhaltigkeit von Lernen“ ins Spiel. Und dann ist die Frage: Welche Rolle kommt dabei Corporate Learning zu?

      Es reicht m.E. nicht, dass wir gute Lernangebote schaffen, sie ansprechend und unterhaltsam aufbereiten und auf einer intelligenten Plattform leicht zugänglich machen, um dann die „User“ sich selbst zu überlassen. Der „Achtsamkeitstrend“ in den letzten Jahren hat m.E. gezeigt, dass viele Menschen mit dem enormen Angebot, der Agilitäts- und Flexibilitätsanforderung tendenziell überfordert sind. Das ist ein Bedürfnis nach Fokus, nach „Purpose“ erkennbar. Weniger ist mehr. Was kann Corporate Learning z.B. dazu beitragen, dass Lernende sich nicht verzetteln, dass „Aha“ Momente nicht wirkungslos verpuffen? Diesem Thema müssen wir uns m.E. viel stärker zuwenden. Deshalb steckt aus meiner Sicht in den Themen „Learning Coach“, „Change Agent“ und „Hilfe zum Self-Management“ am meisten Zukunftspotential. Bei all diesen Aufgaben steht Zielklärung im Vordergrund. KI kann dabei vielleicht teilweise hilfreich sein. Ich glaube, dass Menschen dabei auch ein menschliches Gegenüber brauchen, einen Sparring Partner mit Empathie und menschlicher Beziehungsfähigkeit.

      Die Diskussion über Begrifflichkeiten, die in der Episode angeklungen ist, finde ich ehrlich gesagt zunehmend ermüdend. Ihr geht ja sogar soweit den Begriff „lernen“ in Frage zu stellen. Warum denn? Man muss m.E. nicht ständig neue Begriffe erfinden, um die Entwicklung von Welt aufzuzeigen. Die Bedeutung von Begriffen hängt von ihrem Gebrauch ab, und dieser Gebrauch ändert sich, das ist sprachhistorisch zur Genüge belegt. Ich finde es wichtig, dass wir uns die Bedeutungsänderung von Begriffen bewusst machen, aber nicht immer neue erfinden. Wenn z.B. der Begriff „eLearning“ als Synonym für „digitales Lernen“ verwendet wird, ist er durchaus noch aktuell. Wenn er als Synonym für „Web-based Training“ verwendet wird, ist doch der Kern der Frage, ob das Web-based Training in seiner klassischen Form noch Bestand hat (also als längerer Kurs in einem „Paket“, in dem der Lerner durch verschiedene Lernschritte geführt wird, um ein bestimmtes Lernziel zu erreichen). Es hat sich gezeigt, dass mit solchen „self-paced“ Kursen, wenn überhaupt, nur Wissensziele erreicht werden können und die Learning Experience nicht mehr der aktuellen Kultur und den aktuellen Möglichkeiten entspricht. Diese Kurse sind m.E. mittlerweile längst ersetzt worden durch Angebote, die nach Baukastenprinzip verschiedene Lernmethoden und -formate kombinieren (was ich immer noch „blended“ nenne 😉 ) Z.B. Video Playlists, die mit gamifizierten Aufgabenstellungen und sozialen Lernkomponenten kombiniert werden (siehe z.B. Digital Heroes Plattform). Oder kursähnlichen Angeboten wie ein openSAP Kurs. Die Dichotomie von „formellem“ und „informellem“ Lernen finde ich daher längst überholt. M.E. ist die Frage, wie man Push und Pull Prinzipien in so einem Angebot kombiniert – d.h. an welcher Stelle setze ich als Anbieter Anreize und Anregungen durch Aufgabenstellungen, Quizzes oder ähnliches.

      Viele Grüße, Bianca

      Author's profile photo Christoph Haffner
      Christoph Haffner
      Blog Post Author

      Hallo Bianca,

      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! 🙂

      Du hast sicher recht, wenn du sagst, dass wir uns nicht so sehr mit der Diskussion zu Begrifflichkeiten beschäftigen sollten, (z.B. eLearning vs. digitales Lernen) sondern uns auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Lernenden konzentrieren sollten. Dabei ist mir in vielen Gesprächen mit Lernverantwortlichen und Lernenden aufgefallen, dass wirklich die große Mehrheit nicht strikt durch ein Curriculum oder entlang eines Lernpfades geführt werden möchte, sondern vielmehr das eigenständige "explorieren" der favorisierte Ansatz ist. Und das muss digitales Lernen aktiv unterstützen. Hier sollten Startpunkte und Anknüpfungspunkte angeboten werden.

      Bei einer Zertifizierung ist natürlich ein bestimmtes, nachprüfbares Wissen notwendig. Aber wenn ich eine neue Kompetenz aufbauen möchte oder muss - z.B. eine Programmiersprache neu erlernen, dann ist es von Vorteil wenn ich mich in meiner Geschwindigkeit, mit meinem Vorwissen und meinen Zielen einarbeiten kann und mit der Zeit immer weiter vorankomme und irgendwann auch die Aufgaben, die ich mit der Kompetenz lösen will oder muss auch lösen kann. Einfach nur ein Wissensziel zu erreichen ist in den meisten beruflichen Fällen wenig hilfreich. Das Wissen muss fast immer mit entsprechenden Kompetenzen und vor allem deren Anwendung einhergehen. Im Programmierbeispiel wäre dass zum einen die Lösung von Problemen in einem Team mit Hilfe dieser Technologie auf einem bestimmten Level von Qualität, Performance und Sicherheit. Daher ist das von dir angesprochene Baukastenprinzip (aka Blended Learning) sicher schon ein Schritt in die richtige Richtung :-). Aber die Realität sieht beim digitalen Lernen meist noch anders aus...

      Viele Grüße,

      Christoph