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Personal Insights

Digitale Basics für Grundschulkinder – ein Erfahrungsbericht

Digitale Basics in der Schule

Kinder werden in der Schule nicht wirklich auf das reale Leben vorbereitet. Obwohl wir in einem digitalen Lebensstil leben und Kinder bereits früh digitales konsumieren (Weitere Infos hierzu z.B. in der KinderMedien Studie), sieht es auf dem Lehrplan mau aus.

Als Elternbeirat in der Schule meiner Tochter und SAP Young Thinkers Ambassador wollte ich hier mit Impulsen zu den Basics ansetzen. Die Schulleitung konnte leider nicht überzeugt werden etwas im großen Stil zu tun, dafür die Klassenlehrerin. Der andere Elternbeirat Hartwig Felger war mit von der Partie. Anbei eine Zusammenfassung mit der Hoffnung weitere solche Impulse zu inspirieren.

Die Rahmenbedingungen waren die Folgenden:

Wir teilten die Klasse (Stufe 3, Grundschule) von 26 Kids in der Hälfte – und machten dann an 2 Montagen 2 Durchgänge in jeweils 2 Doppelstunden. Mit der anderen Hälfte machte dann die Klassenlehrerin Alternativprogramm.

Ziele der Workshops waren

  • Kinder auf digitale Welt vorbereiten
  • Lernen, digitale Medien nicht nur zu nutzen, sondern auch aktiv zu gestalten.
  • Kein Daddeln, nicht programmieren lernen
  • Erforschen, Erfragen, Entwickeln und Lösen = IT spielerisch erleben, um Prozesse zu verstehen und selbst kreativ zu gestalten.
  • IT nicht nur nutzen, sondern auch gestalten

 

In der kurzen Zeit konnten wir natürlich nur kleine Impulse geben. Da Neugier, Kreativität, Reflektion und Zusammenarbeit die Grundlage für die Bewältigung von Neuerungen (wie der Digitalisierung) sind – haben wir darauf auch den Fokus gelegt. War also alles relativ wenig digital an sich 😉. Als Input nutzten wir auch ein Arbeitsblatt der „Wissensfabrik – IT2School“ – einer gemeinnützigen Organisation die Schulen und Unternehmen zum Wissenstransfer zusammenbringt.

Anbei die Abläufe der beiden Tage. Mehr findet Ihr in den Folien, Outputs wie aus den Gruppenarbeiten auch in den Bildern. Die Rückmeldung der Kinder war grundlegend positiv.

1 Basics von Bits & Co mit Morsen & Blinzeln

Intro

  • Begrüßung in der Klasse + Einteilung, wer erste und wer zweite Gruppe ist (2 x 13). Halbieren der Klasse. Überblick + Spielregeln für Kommunikation. Raumwechsel.
  • Vorstellung, wer wir sind und was wir beruflich machen
  • Intro über Morsen & Protokollen als Grundlage der Digitalisierung mit Fragen und Beispielen
  • Gruppenbildung (3 Kinder pro Gruppe)

Übung: Blinzelprotokoll – schau mir in die Augen – per Blinzeln übermitteln Kinder ein Wort

  • Hier geht es um Codierung von Informationen durch Blinzeln um spielerisch Informatik darzustellen
  • Alle Kinder lesen sich das Arbeitsblatt durch und legen  Rollen fest: Sender – Empfänger – Beobachter
  • 1-2 Durchgänge + kurze Diskussion – wir sind jeweil herumgelaufen und haben alles nochmals erklärt
  • Diskussion: wie kann man das System verbessern (z.B. durch Aufschreiben)
  • nochmals ein Durchgang
  • Die Gruppen präsentieren Ihre Lösungen im Plenum
  • Transfer: Wir diskutieren die Frage: „Was hat das mit Informatik zu tun?“
  • 2 Minuten Film von Löwenzahn https://www.zdf.de/kinder/loewenzahn/internet-112.html – von Minute 8-10  zu Codierung & Co
  • Spielen von Flüsterpost im Kreis – was viel Spass bereitete

Nach der großen Pause kam die nächste Gruppe dran, danach eine Zusammenfassung im Plenum der Klasse (Blitzlicht)

 

2 Programmieren & Internet: Möglichkeiten & Grenzen

Intro & Beispiel

 

Gruppenarbeit Möglichkeiten & Grenzen

  • Intro / Gruppenbildung: Spielregel für Brainstorming + Gruppenarbeit (angelehnt an Design Thinking)
  • Input 2 Beispiele: Kind A spielt im Internet via Tablet, sieht immer wieder Werbung an (Konsument) / Kind B macht selbst Videos oder programmiert sogar etwas oder bastelt
  • Kleingruppen diskutieren jedes Beispiel 10 Minuten:  Jedes Kind schreibt eine Karte pro Frage und pro Beispiel, jedes Feld sollte eine Karte haben
  • Fragen pro Kind A/B: Wie geht es dem Kind?  Was sind Möglichkeiten, was kann tolles passieren? / Was sind Probleme und Gefahren?  (Wir haben Raster an der Wand auf Brownpaper vorbereitet – Kinder bekleben diese)
  • Jede Gruppe präsentiert Ergebnisse jeweils

 

Gruppenarbeit: Persona von Kind A/ B

  • Kinder beschreiben und malen das Kind A oder B (Name, Alter, Ort, Hobbies, Gefühle, Internetnutzung) auf Flipchartpapier

 

Zusammenfassung

  • Gruppen überlegen was sie selbst zuhause oder in der Schule anders machen könnten (das war schwierig: wir haben dafür eine Runde gemacht mit den Frage: was habe ich gelernt/ was fand ich gut/ was weniger gut?
  • Blitzlicht/ Rückmeldung Runde in der Klasse

 

 

3 Unser Resüme

Die Kinder haben sehr schön selbstständig in Gruppen gearbeitet und haben das auch in der Rückmeldung gut gefunden. Besonders gut fanden sie das kreative Malen auf Post-its und Flipchart und die kleinen Filme die wir gezeigt haben.

Toll auch was in der kurzen Zeit alles erstellt und diskutiert wurde mit interessanten Einblicken. Die Gruppenarbeiten und das Visualisieren hat sicher nochmals zur Reflektion beigetragen. Interessant fand ich, daß speziell die Gefahren hängen geblieben sind – was so nicht beabsichtigt war. Schaut Euch einfach mal die Fotos mit den Post-Its & Flipcharts an am Ender der Präsentation bzw. hier ein Bild incl. Kindern.

Schön dass die Klassenlehrerin den Raum hierfür gab, die Schulleitung steht dem Thema Digitalisierung ja leider eher negativ gegenüber (Wlan ging übrigens für die Filme nur mit LTE-Hotspot – da hätten die iPads des Fördervereins eh wenig gebracht). Ein paar Mal war es schwer, da einige Jungs spontan dazwischen riefen, anders laut waren oder nicht wirklich aufmerksam waren. Chapeau an alle LehrerInnen die das jeden Tag managen.

Was ich gelernt habe ist, dass man Dinge sehr konkrete und bildhaft darstellen sollte, zu abstrakte Inhalte oder Anweisungen sind sonst nicht so klar. (Ok – das ist bei Erwachsenen eigentlich ähnlich :-). Das Feedback von Eltern war sehr gering, aber positiv. Bei dem Thema gibt es meines Erachtens viel Unsicherheit bis Überforderung & Abwehr.

Daher kann ich jede(n) nur auffordern in seiner Community als Botschafter zu fungieren, sich zu vernetzen und aktiv zu werden – viele kleine Impulse sind besser als Warten auf die Politik. Ein nächster Schritt bei uns an der Schule wäre das z.B. auszuweiten oder in Form von z.B. Programmier-Workshops zu vertiefen. 

Insgesamt hat es auf jeden Fall Spaß gemacht. Die Kinder haben Ihr Feedback sehr nett auch als Karte geschrieben – hier die Fotos.

Zur weiteren Inspiration hier noch das  Design Thinking Lehrerhandbuch der Dietmar Hopp Foundation. SAP ist mit dem SAP Young Thinkers Programm auch Partner der Wissensfabrik – hier finden sich viele hilfreiche Ressourcen und die Möglichkeit bei diesem Netzwerk mitzumachen.

 

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