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Personal Insights

SAP Education NewsCast Review #012: Wie man Lernkultur gestaltet mit Carsten Jung

 

Mit dem Education NewsCast haben wir bei SAP Knowledge & Education Anfang 2018 einen neuen Podcast gestartet, der sich in erster Linie an SAP Kunden richtet, die ein Interesse an News und Updates zu aktuellen Angeboten und Events von SAP Education haben. Darüber hinaus  führen wir in Deep-Dive-Episoden Gespräche mit Lernexperten zu Themen, die derzeit in Firmen und der Gesellschaft diskutiert werden. Das Leitthema in diesem Jahr ist Lernen in Zeiten, in denen die Digitale Transformation zahlreiche Veränderungen in nahezu allen Unternehmen bedeutet oder in Zukunft bedeuten wird. Was sind die Folgen für Mitarbeiter? Wie verändert sich das Lernen? Welche Methoden sind erfolgreich? Diese Gespräche werden in einer Reihe von Blog-Posts nochmal zusammenfassen und ge-reviewed.
Wir freuen uns natürlich wenn aus den Lesern Hörer werden, und sich die besprochenen Podcast Episoden anhören oder gleich den ganzen Podcast abonnieren.

 

Lernen in der digitalen Transformation ist eines der Leitthemen dieses Podcasts. Carsten Jung, Berater im Trainings-Kompetenzzentrum bei Accenture, berichtet wie Unternehmen die interne Lernkultur gestalten können. Es geht um den Übergang von event-basiertem zu prozessorientiertem Lernen, Performance Support und individuellem Lernen, und um die große Frage wie Unternehmen die Wissenskultur als Teil ihrer Unternehmenskultur etablieren können.

 

Thema prozessbegleitendes Lernen als wichtiger Aspekt der Wissensvermittlung.

„Im digitalen Bereich werden viele Lernlösungen aufgebaut, dennoch wir das typische Klassenraumtraining nicht ersetzt werden, da es immer eine Gruppe Menschen im Unternehmen geben wird, die nur so erreicht werden oder Inhalte, die bestmöglich durch Klassenraumtraining vermittelt werden können. Die Palette der Methoden wird lediglich erweitert. Die Herausforderung besteht in der Lernkultur von Unternehmen. Lernen ist zu begreifen als etwas, das durch die Geschwindigkeit in Innovationszyklen immer häufiger vorkommen wird und nicht nur eventbasiert passiert, beispielsweise eine Weiterbildung da ein neues Update durchgeführt wurde. Dafür müssen in Zukunft Tools genutzt werden, es muss gleichzeitig aber auch die Gelegenheit und die Zeit geschaffen werden, dass die Menschen diese Tools nutzen können.“

„Kontextuelle Hilfen wie E-learning oder prozessunterstützende Funktionen die beim Arbeiten aufgerufen werden, sind direkte Hilfen und erinnern an das alte, geregelte Schema. Auf der anderen Seite gewinnt das Lernen durch Austausch, wie Social Learning, Peer-Learning oder Lernen von Mitarbeitern und Kollegen Bedeutung. Dies beinhaltet auch, wie sich Mitarbeiter selbst in den Wissensaustausch mit einbringen können, beispielsweise ihren user-generated-content zur Verfügung stellen. Hier wird vor allem die Zeit benötigt das Wissen zu konsumieren und das Wissen auszutauschen. Zeit und Möglichkeit zum Lernen muss Bestandteil des Arbeitsalltags werden.“

 

Überblick: W stehen Unternehmen heute in Bezug auf Learning

„Viele Unternehmen haben eine Vision was den Wandel in der Lern- und Wissenskultur betrifft. Es gibt allerdings noch wenige konkrete Roadmaps, Tasks oder Arbeitsschritte im Lernkontext. Immer wieder werden neue Ansätze erfahren. Diese bringen jedoch das Problem mit sich, dass sie nicht richtig genutzt oder angenommen werden. Akademie-Systeme werden beispielsweise zum Planen für Trainingslogistik genutzt, da sich bestimmte Module dafür eigenen. Das Training selbst gerät in den Hintergrund, insbesondere die möglichen Austauschplattformen fehlen. Auch die Sichtweise von Training ist in den verschiedenen Abteilungen sehr unterschiedlich. Es fehlt die gemeinsame Vision dessen, was wollen wir mit Training in dieser Firma erreichen, was ist unser gemeinsames Ziel. Hier muss besonders an der Lern- und Kommunikationskultur gearbeitet werden, an der Einbindung vom Management in Lernprozesse. Am Ende müssen durch Training Business- und Lernziele in Einklang gebracht werden.

 

Wissenskultur als Erfolgsfaktor für Unternehmen

„Ich sehe es als äußerst dringlich an, aufgrund der verkürzten Entwicklungs- und Update Zyklen. Wissen hält eigentlich nur noch 5 Jahre, das ist keine lange Zeit. Man kann sich darauf nur einstellen, wenn man selbst in einem agilen Modus arbeitet. Erfolgreiche Unternehmen haben das Lernen als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie etabliert. So arbeiten sie entspannter, da alles schneller adaptiert werden kann. Es existieren Prozesse, Foren, Tools wie bspw. SuccessFactors oder andere Plattformen, die die Umsetzung vereinfachen. Dies ist nur durch die konsequente Nutzung möglich. Auf diesem Weg muss sich ein Konsens im Unternehmen bilden der das Lernen als integralen Bestandteil der Unternehmenskultur als Ziel hat. Die Lernkultur hat somit in den meisten Fällen großen Nachholbedarf bei Unternehmen. Zukünftig ist der Lerner nicht mehr als Empfänger von Informationen zu sehen, sondern als Teilnehmer, als Mitarbeiter der beispielsweise selbst Tipps in Foren gibt. Auf der anderen Seite gibt es die Chance, dass der Manager durch den Austausch vom Unternehmen lernt, ob es in Prozessen, Abteilungen oder im Produktbereich Verbesserungspotenzial gibt. Reger Austausch geht schließlich auch mit lernen einher.

 

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