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Personal Insights

Education NewsCast Review #011: Lernen im Wandel bei BASF mit Eberhard Keyl

 

Mit dem Education NewsCast haben wir bei SAP Knowledge & Education Anfang 2018 einen neuen Podcast gestartet, der sich in erster Linie an SAP Kunden richtet, die ein Interesse an News und Updates zu aktuellen Angeboten und Events von SAP Education haben. Darüber hinaus  führen wir in Deep-Dive-Episoden Gespräche mit Lernexperten zu Themen, die derzeit in Firmen und der Gesellschaft diskutiert werden. Das Leitthema in diesem Jahr ist Lernen in Zeiten, in denen die Digitale Transformation zahlreiche Veränderungen in nahezu allen Unternehmen bedeutet oder in Zukunft bedeuten wird. Was sind die Folgen für Mitarbeiter? Wie verändert sich das Lernen? Welche Methoden sind erfolgreich? Diese Gespräche werden in einer Reihe von Blog-Posts nochmal zusammenfassen und ge-reviewed.
Wir freuen uns natürlich wenn aus den Lesern Hörer werden, und sich die besprochenen Podcast Episoden anhören oder gleich den ganzen Podcast abonnieren.

 

Eberhard Keyl ist Manager Global Technical Academy bei der BASF SE und einer der Keynote-Speaker auf dem SAP Education Forum 2018 in Walldorf. Christoph Haffner hat mit ihm gemeinsam das Thema wie sich das Lernen derzeit verändert in dieser Education NewsCast Folge vertieft.

 

Wie sich bei der BASF SE das betriebliche Lernen verändert hat und noch verändert

„Die erste Stufe des Transformationsmodells ist die Idee des Lernens als „Präsenztrainings“, die klassische Weiterbildung, die es auch in Zukunft immer geben wird. Es entsteht jedoch eine Tendenz weg von dem klassischen Präsenztraining. Im zweiten Schritt der Transformation wurden die bestehenden Lerninhalte aus den Seminaren übernommen und in ein e-learning Setup oder web-based Training übertragen. Lerninhalte werden vorab definiert und die Verantwortung für das Lernen wird bestimmt durch das Management beziehungsweise durch die Personalentwicklung. In der dritten Stufe wurde auch das e-learning weiterentwickelt, was zum Thema blended-learning Konzepte führte. Wenn man in eher komplexere Lern-Settings kommt ist es vor allen Dingen wichtig in Prozessen zu denken. In den ersten beiden Stufen war bisher fraglich, ob das Gelernte auch wirklich gelernt oder in die Praxis transferiert wurde, insbesondere beim web-based Training. Über die Zeit entstehen viele neue Formate, die die Intelligenz innerhalb eines Prozesses kombinieren können, beispielsweise die Nutzung von Webinaren, Quizze, Self-checks, Gamification Ansätze, Lernvideos etc. Speziell im Projektmanagement macht eine tutorielle Begleitung, die den Lernprozess von Anfang an begleitet, Sinn. Hier soll eine Lern-Community entstehen, eine Lernplattform die beispielsweise an SuccessFactors angedockt sein kann. Damit wird dem Verlust der sozialen Aspekte durch e-learning Ansätze entgegengewirkt. Es gibt dennoch Präsenzphasen als so genannte Workshops mit eher fallorientiertem Arbeiten und starkem Austausch untereinander. Im Nachgang wird der weitere Austausch durch eine Plattform angeboten und themenbezogen werden auch Templates oder Onepager zur Verfügung gestellt, hierbei sind wir schon bei einem Performance Support ähnlicher Ansatz.“

 

Die Art des Lernens hängt von der Unternehmenskultur ab

„Lernen im Wandel ist auch eine große Frage der Unternehmenskultur. Was wollen Mitarbeiter und Vorgesetzte? Die Vorstellung der Wichtigkeit des Präsenztrainings spielt eine große Rolle. Ein Wandel ist dennoch notwendig. Die Bereitschaft, Mitarbeiter zwei bis drei Tage aus dem Prozess zu nehmen sinkt und damit benötigen wir neue Ansätze. Lernen und Weiterbildung als Prozess wird nicht einfacher. Es wird keine one fits all Lösung mehr geben. Im Gegenteil, das Ganze wird sich komplexer gestalten. Ich sehe jedoch große Vorteile in der Bedarfsorientierung des Lernens. „

 

Lernen der Zukunft

„Die Intension der vierten Transformationsstufe ist das workplace learning. Die Idee ist, dass das Lernen und Arbeiten viel stärker integriert und am Arbeitsplatz stattfinden sollten. Das Mitarbeiter selbst Lerninhalte erstellen und zur Verfügung stellen können aber gleichzeitig auch on-demand learning am Arbeitsplatz funktionieren kann. Menschen müssen damit nicht vom Arbeitsplatz weg um eine Lösung für ihr Problem zu finden. Zwischen dem dritten und dem vierten Schritt ist damit eine radikale Veränderung zu erkennen. Es bedarf wohlmöglich keiner Zentraleinheit mehr, die die Lerninhalte definiert. Es wird zunehmend Communities geben und die Mitarbeiter wissen zunehmend selbst wo ihr Lernbedarf liegt. Sie werden sich mehr oder weniger selbst darum kümmern das fehlende Wissen anzueignen. Autonomes und selbstorganisiertes Lernen, im Rahmen dessen was das Unternehmen benötigt, tritt damit zukünftig stark in den Vordergrund. Auch hier ist das natürlich abhängig von der Zielgruppe.“

 

Technologischer Ausblick

„Technologiegestützte Lernformate gibt es viele und jedes Jahr nimmt die Anzahl zu. Die Problematik besteht darin, die Technologie so nutzbar zu machen, dass sie auch wirklich einen Impact bringt. Bisher habe ich keine wirklich guten 3D-Beispiele im Bereich Lernen gesehen. Hier könnte ich mir eher Mixed-reality Technologen vorstellen, aber auch da stellt sich die Frage nach Aufwand und Impact. Ob es wirklich Technologien gibt die vor Ort Inhalte verfügbar machen – wie AR im weitesten Sinne – stelle ich mir zukünftig dennoch schwierig vor.“

 

 

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