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Am 8ten Mai startete der MOOC Digitales Talent Management. Stand heute sind 1655 Teilnehmer registriert. Das Ziel war es, zusammen mit dem Forum digitales Talentmanagement  das digitale Talentmanagement im deutschen Sprachraum weiter voranzutreiben. Nachdem sich fast wöchentlich Kongresse und Events dem Thema Digitalisierung und HR widmen, dachten wir, daß es bei dem Thema am besten ist, wenn wir dazu eine digitale Veranstaltung machen.

Das skaliert zudem viel besser.

Es gibt nicht “den” richtigen Ansatz, da die digitale Transformation immer vom Kontext und Rahmen einer Firma abhängt. Im MOOC wollten wir daher allgemeine Modelle, Einführungsansätze, sowie die Ausgestaltung und Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen vorstellen und diskutieren. Zudem war uns die digitale Selbsterfahrung wichtig: digitales Lernen und Zusammenarbeiten am eigenen Leib erleben – mit dem Ziel, eine Plattform für den Austausch und für die weitere Entwicklung des Talentmanagements zu haben. Anbei mein Rückblick.

 

Skalierung geht digital besser als via Präsenz

Unser persönliches Minimalziel waren 1000 Teilnehmer – dieses Ziel haben wir mit mehr als 1600 Anmeldungen übererfüllt.  Bei etwas mehr als 30% “No shows” sind das immer noch über 1000 aktive Teilnehmer. Der MOOC ist zudem jetzt im Selbststudium nutzbar – und somit kommen wir sicher noch auf über 2000 Registrierungen.

 

Perspektiven durch viele Teilgeber sehr vielfältig

22 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie das Kernteam aus 7 Teilnehmern sorgten für einen Lernprozesse von 5 Wochen mit vielen verschiedenen Perspektiven. Parallel wurde ein Gameplan i.S. einer eigenen Roadmap entwickelt – eine Übung um den Transfer und den Kontextbezug zu optimieren. Über 100 Gamepläne wurden auch eingereicht und bewertet – Sie finden einige ausgewählte im Bereich Gamepläne.

 

Austausch via Point of Views & Foren gut, aber optimierbar

Wir hatten über 230 Forenbeiträge – meist zu den Point of Views – was 1-2 Reflextionsfragen pro Woche waren. Anbei der erste PoV als Beispiel:

Was sind aus Ihrer Sicht die großen HR-Themen, die Ihre Organisation beschäftigen?
Welche Daten und Informationen benötigt Ihr Unternehmen, um passende Lösungsansätze zu entwickeln und woher könnten Sie diese beziehen?

Hierzu gab es viele Kommentare – manchmal Statements, aber auch Fragen und Antworten. Wir wissen, dass max. 10% Teilnehmer aktiv Inhalte schreiben – daher ist die Beteiligungsquote quantitativ gut. Eventuell hätten wir dies noch didaktisch besser mit den Inhalten integrieren können. Wir hätten beispielsweise den Austausch in Live Websessions – oder in Lerngruppen einbinden können, zur Besprechung der Gamepläne oder beim Peer Review – welches einige Teilnehmer zu quantitativ fanden. Man hätte sicher noch zudem einiges machen können … womit wir zum nächsten Punkt kommen, dem Aufwand.

 

Einen MOOC nebenbei zu organisieren und zu begleiten erfordert viel Energie 

Da wir keine professionellen MOOC Organisatoren sind und das ganze aus Verbundenheit zum Thema Talentmanagment organisiert haben, waren alle Beteiligten sehr froh auf die Expertise und Plattform des openSAP Teams zurückgreifen zu können. Die Aufwände sind jedoch weit höher als nur Videos zu erstellen oder ein paar Texte zu schreiben. An dieser Stelle sind insbesondere die wochenlange Begleitung der Foren, Erstellung von Items für Quizzes oder Point of Views zu nennen. Wie beim Konsum von MOOCs bleibt während der Arbeit oft wenig Zeit und es gibt einige Extrastunden abends. Ich bin beispielsweise in den Pfingstferien ausgestiegen da ich im Urlaub war. Daher konnte ich auch leider nicht an der Abgabe des Gameplans teilnehmen. Also falls wir nochmals einen MOOC organsieren, dann sicher einen der kürzer ist.

 

Medienerstellung: pragmatisch vs. highend

Zur Erstellung unser Videos nutzten wir eher “low budget Equippment”. 2 iPhone 7 mit Änderung der Einstellungen auf 4k; Zoom H1 Handy Recorder zur Tonaufnahme; EDUTIGE Lavalier Microphone ETM-006 als Ansteckmikro; Yongnuo YN300 III LED Video Light als Scheinwerfer. Hilfreich waren die gemeinsam genutzten Templates für die Videos incl. Intro und Outtro. Verbesserungsmöglichkeiten wären zum Beispiel Minimal-Anforderungen bei den Videos – beispielsweise die standardmässige Verwendung eines Ansteckmikrofons, was jedoch bei dezentraler und verteilter Erstellung nicht immer möglich ist. Ähnlich wie die Einhaltung von Richtzeiten wie 15 Minuten pro Video.

Sicher sieht das Eröffnungsvideo sehr professionell aus, da es mit High-End Equipment, Storyboard und mit einem kompletten Team gedreht wurde. Da Inhalt, die Authentizität und Machbarkeit im Vordergrund stehen sollten, zeigt der MOOC dass man mit einfachen Mitteln auch schon weit kommt in der Erstellung von Lerninhalten.

 

Abstimmung 

Verteilte Erstellung und Organisation mit 4 Organisationen und noch mehr beteiligten Teams erfordert einiges an Koordination. Parallel fand zur gleichen Zeit der Corporate Learning Moocathon statt – ein MOOC in Deutschland mit ähnlicher Zielgruppe. Abstimmung oder Verbindung hätte evtl. geholfen – ist aber auch aufgrund der allgemeinen Workload und operativen Hektik nicht geschehen.

 

Offenheit vs. Lehrgangscharakter der Methoden

Persönlich bin ich eher ein Freund von Lernsettings, bei denen ich entscheiden kann wann ich wie lerne. Ich lerne beispielsweise gerne via Austausch und Reflektion. Ein xMOOC, wie die openSAP Plattform es vorsieht, gibt dagegen ein fixes Gerüst vor – was auf der einen Seite einengt, auf der anderen Seite skaliert. Die Befragungen zeigen jedoch, dass die Mehrheit der Teilnehmer lieber formell lernen möchte. Die meisten Teilnehmer bewerten die formellen Ansätze wie Videos (93%) oder Tests (82%) hilfreich für den Lernerfolg – vs. der eher informellen Ansätze wie Gameplan Challenge (32%) oder Point of Views (23%). Wie immer macht es die Mischung – und ich hoffe wir konnten die eine oder andere Anregung geben.

Weitere Eindrücke, Zahlen und den Versuch einer Zusammenfassung finden Sie auch im Webinar zum MOOC, das am 20.07. um 10.00 Uhr stattfindet. Alle die da keine Zeit haben: unter dem gleichen Link finden Sie die Aufnahme. Zudem haben wir eine Webseite erstellt mit weiterführenden Unterlagen.

Unser gesamtes Team hat viel gelernt beim Durchführen des MOOCs. Danke an alle die mit dabei waren.

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