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Der Begriff „Internet der Dinge“ (englisch „Internet of Things“, kurz: IoT) ist heutzutage in aller Munde. Aber was bedeutet das genau? Welche „Dinge“ sind gemeint, wie sind sie an das Internet angeschlossen? Ist IoT schon heute Realität oder ist es noch Zukunft und wie können die Mitarbeiter bestmöglich ausgebildet werden um die neuen Technologien mitsamt ihrem Möglichkeiten effizient nutzen zu können?


1. Was ist das Internet der Dinge und warum ist es so wichtig?

Bei den „Dingen“ aus dem Internet der Dinge geht es zwar auch um klassische Computer, Tablets und um Smartphones. Das größte Potential liegt aber darin, Dinge die bisher nicht vernetzt waren, durch Konnektivität an das Internet intelligent zu machen, d.h. sie können Statusinformationen über sich selbst veröffentlichen und Anweisungen erhalten – beides in Echtzeit. Ob dieses „Ding“ nun eine Ampel oder Straßenlaterne ist, eine Maschine oder Anlage im Produktionsprozess eines Unternehmens, ein Acker in der Landwirtschaft oder ein Eingangsbereich eines Fußballstadions – durch Konnektivität können Daten ausgetauscht und vielfältig genutzt werden. Die Basis für das Internet der Dinge und für die Erlangung von intelligenten Dingen ist also die Konnektivität. Es gibt Studien, nach denen im Jahre 2020 über 200 Milliarden Dinge an das Internet angeschlossen sein werden1).

Für Unternehmen können durch das IoT vielfältige Vorteile entstehen, von einer besseren Effizienz bestehender Prozesse bis hin zu komplett neuen Geschäftsmodellen, die ohne das Internet der Dinge nicht möglich gewesen wären. Die intelligente Ampel kann permanent Informationen über Verkehrsfluss- und Dichte in Echtzeit bereitstellen, die intelligente Strassenlaterne Daten über Parkplatzbelegungen oder Menschenmengen (z.B. auf dem Weg zu einer Veranstaltung). Umgekehrt kann die intelligente Ampel dann entsprechend optimiert gesteuert werden, und die Straßenlaterne bei Veranstaltungen einfach schon einmal etwas eher angehen, als WLAN Basisstation oder vielleicht in der Zukunft sogar als Navigationshilfe für Drohnen fungieren.

Eine intelligente Maschine gibt permanent Informationen über ihren Zustand preis (Verschleiß, Betriebsdaten, Verbrauchsmaterialien, etc.) und kann in Zukunft genau dann und zielgenau mit den richtigen Ersatzteilen gewartet werden, wenn es notwendig ist. Viele dieser Ideen sind nicht neu, aber die Fülle der neuen Ideen und das konsequente Weiterdenken in Richtung Umsetzung und Monetarisierung dieser Ideen ist das wirklich Neue. Bzw. wird durch neue Technologie neues möglich (Live Business).

Stellt man sich eine Windkraftanlage vor, vielleicht irgendwo in der Nordsee, aber auf jeden Fall schwer zu erreichen und schwer und kostenintensiv zu warten. Es wäre nicht möglich, einmal in der Woche zur Anlage zu fahren, nur um den Zustand zu überprüfen. Wie schon beschrieben ermöglicht das IoT, dass erst dann ein Serviceauftrag vergeben wird, wenn Wartung notwendig ist. Eine enge Verbindung in das ERP System des Anlagenbetreibers ist also notwendig, um einen solchen Auftrag anzulegen und die Fehlercodes bzw. auffälligen Sensorendaten abzulegen und nutzbar zu machen. Idealerweise kennt das ERP System aber auch die genaue Stückliste der Windkraftanlage, und das ERP System des Anlagenherstellers kennt alle Details über die Montage der Anlage und die Produktion der Einzelteile. Die Kombination dieser Informationen wird oft extrem unterschätzt– wenn der Hersteller weiß, dass das Getriebe dieser Charge oder von dieser Stahlart bei anderen Betreibern auch schon einmal Probleme gemacht hat, kann diese Information für den Service entscheidend sein. Der Betreiber weiß vielleicht, dass genau diese Anlage vorletzte Woche und vor einem Jahr schon einmal an derselben Stelle Probleme gemacht hat, und kann mithilfe der Daten der beiden alten Serviceaufträge Schlüsse für den aktuellen Fall ziehen. Was bedeutet das? Die Kombination von Sensorendaten, also Daten der „Dinge“ und Daten aus den Business-Systemen im Ecosystem des „Dings“ – erst diese Kombination führt zu echten Mehrwerten.

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Abbildung 1: Der Digital Core S/4 HANA hilft dabei, Komplexität zu überwinden

SAP bietet mit S/4HANA den ersten digitalen Kern für digitale Geschäftsprozesse an. Durch eine konsequente Umsetzung von Geschäftsprozessen unter voller Nutzung der Möglichkeiten der Realtime-Datenbank SAP HANA steigen Sie ein in Big Data und das Internet der Dinge. Beliebige Daten können in Echtzeit analysiert werden – für dynamische Planung, Ausführung, Vorhersage und Simulation bei maximalem Detaillierungsgrad. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und werden flexibler, Geschäftsprozesse unter Nutzung von IoT zu verändern.

2. Welche Bedeutung kommt dem Faktor Mensch im Rahmen dieses Veränderungsprozesses zu und wo stehen die Unternehmen heute?

Diese technischen Innovationen mit all ihren Möglichkeiten sind oft der Haupttreiber für Veränderungsprozesse im Unternehmen. Doch „Technik schießt keine Tore!“ wie Oliver Bierhoff die Bedeutung des Faktors Mensch herausstellt, als er zu den Möglichkeiten und Erfolgsfaktoren von SAP Sports ONE befragt wird. Es sind die Menschen, welche diese neuen Technologien verstehen, anwenden und umsetzen müssen. Dem Faktor Mensch kommt hier, wie in jedem Veränderungsprozess, eine zentrale, wenn nicht sogar die zentrale Rolle zu. Somit ist es für die erfolgreiche Nutzung dieser neuen Möglichkeiten essentiell, die Mitarbeiter im Unternehmen frühzeitig in den Veränderungsprozess einzubinden und entsprechend auszubilden.

Und hier beginnen in der Praxis die Probleme. Während in Projekten der Fokus oftmals auf der technischen Integration liegt, wird der Einbindung und Ausbildung der Mitarbeiter nicht die erforderliche Priorität beigemessen wie eigentlich nötig. Ergebnis sind schlecht ausgebildete Mitarbeiter die nicht ausreichend wissen, wie die neue Technik zu bedienen ist. Daraus resultieren Fehler im Prozess was zu Frustration bei den Mitarbeiter sowie zu erhöhten Kosten führt. Der Gesamterfolg des Projektes „IoT“ ist somit stark gefährdet.

Eine Studie der technischen Universität München zeigt, dass 83% der Unternehmen angeben aktuell nicht das notwendige Wissen über Digitalisierung, bei der IoT ein wesentlicher Bestandteil ist, zu haben. 2)

Die Fragte ist also: Wie kann sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter entsprechend ausgebildet sind? Was hat dies für Auswirkungen auf die Art und Weise wie wir zukünftig lernen?

3. Was muss in Bezug auf die Mitarbeiter getan werden, um den Gesamterfolg von IoT sicherzustellen und wie verändert das Internet der Dinge (IoT) die Art und Weise wie wir zukünftig lernen?

Zur Beantwortung dieser Fragen empfiehlt sich ein 3-stufiger Ansatz. Die folgende Grafik zeigt das SAP Education Portfolio welches dabei unterstützt, das jeweilige Ziel zu erreichen.

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Abbildung 2: Das SAP Education Portfolio für das Internet der Dinge


Phase 1: Verstehen

Erster notwendiger Schritt ist hier die Vermittlung des notwendigen IoT-Wissens im Unternehmen, um zu verstehen, was IoT eigentlich ist und welche Möglichkeiten es bietet. Auf Basis dieses Wissens sind die Mitarbeiter befähigt diese Möglichkeiten auf ihr Arbeitsumfeld anzuwenden, sowie daraus im nächsten Schritt, abhängig von der jeweiligen Rolle, neue Anwendungsformen zu entwickeln.

Trainingsbedarfsanalyse: Wer benötigt welches Wissen?

Um zu wissen, welcher Mitarbeiter welches Wissen benötigt, bietet sich im ersten Schritt eine Trainingsbedarfsanalyse an, welche von erfahrenen SAP Education Beratern durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Analyse werden:

  • Die Zielgruppen identifiziert
  • Die Rollen der Zielgruppen erfasst und beschrieben
  • Die erforderlichen Schulungsinhalte daraus abgeleitet
  • Die zielgruppen- und themengerechten Schulungsformen bestimmt
  • Zielgruppenspezifische Curricula erstellt

Auf Basis dieser Analyse erfolgt dann im nächsten Schritt die zielgruppenspezifische Ausbildung.

Klassenraumschulungen: In SAP Lokationen oder beim Kunden vor Ort

Diese kann im Rahmen von Klassenraumschulungen in SAP Lokationen oder beim Kunden vor Ort erfolgen. Diese können um e-Learning Angebote erweitert werden, was sich besonders im Bereich der End-User Schulungen anbietet.

SAP bietet hier  Kurse an, die das notwendige Wissen rund um IoT vermitteln. (http://training.sap.com/)


Cloud-basierte Lern- und Social Media Plattformen (z.B. SAP Jam, SAP Learning Hub):

Cloud-basierte Lern- und Social Media Plattformen (z.B. SAP Learning Hub, SAP Jam) dienen dazu um rollenbezogen und flexibel Lerninhalte unternehmensintern – und übergreifend zur Verfügung zu stellen sowie sich mit anderen Lernenden und Experten austauschen zu können.

Mit SAP Learning Hub, der Cloud-basierten Schulungslösung für Unternehmen, können Weiterbildungsmöglichkeiten überall und jederzeit angeboten werden. Alle Mitarbeiter – von Fachanwendern bis zu IT-Experten – erhalten sofortigen Onlinezugriff auf eine umfangreiche Wissensdatenbank von SAP.  Der SAP Learning Hub bietet hier weiterhin spezielle Lernräume rund um das Thema Digitalisierung, in denen sich die Mitarbeiter interaktiv und kollaborativ mit Fachexperten und anderen Lernenden austauschen können sowie vorkonfigurierte Trainingssysteme (Live Access) mit Hilfe derer der Lerner die Theorie praktisch in den entsprechenden Systemen anwenden und somit der Erlernte weiter vertiefen kann.

https://training.sap.com/shop/learninghub

SAP Jam ist eine Kommunikations-Plattform im Unternehmen, auf der sich Kunden, Partner und Mitarbeiter über Anwendungs- und Prozessfragen austauschen, aktuelle Informationen erhalten und mit Experten in Kontakt treten können. Durch dieses soziale Unternehmensnetzwerk besteht die Möglichkeit sich wertvolle Anregungen zu holen. http://www.successfactors.com/de_de/solutions/social-collaboration/jam.html

Sowohl E-Learnings als auch Cloud-basierte Lern- und Social Media Plattformen haben weiterhin die Vorteile, dass sie rund um die Uhr Verfügbar sowie über Internet von allen Orten der Welt „remote“ und bei Bedarf mobil angesteuert werden können.


Phase 2: Anwenden

Nachdem das notwendige Wissen vermittelt wurde geht es darum, dies in konkreten Situationen zur Anwendung zu bringen und den Mitarbeiter im konkreten Anwendungsfall zu unterstützen (Performance Support) sowie ein Lernmanagementsystem zu implementieren mit Hilfe dessen sich Mitarbeiter einfach und flexibel weiterbilden können.

Dieses in den Prozess integrierte und an den konkreten Bedarfsfall gekoppelte Lernen erhöht den Lerneffekt. Dies macht es notwendig die Lerninhalte zu digitalisieren.

Schritt 1: Digitalisierung und Strukturierung der Lerninhalte

Greifen wir das Beispiel des Servicetechnikers auf. Es wird über die Konnektivität der Dinge möglich sein, noch präziser und genauer Zustandsinformationen zu bekommen und damit real-time und somit zielgerichteter zu wissen, was notwendig ist, die auftretenden Probleme zu beseitigen (Performance Support mit Hilfe von real-time predictive Analytics). IoT liefert dem Servicetechniker also genaue Informationen was zu tun ist. Diese Informationen müssen abhängig von der individuellen Situation zur Verfügung gestellt werden. Um zu vermeiden, dass er unnötig viel Zeit damit verbringt nach den Informationen zu seinem aktuellen Problem suchen zu müssen, müssen diese Lerninhalte digitalisiert, in sogenannte „Lernnuggets“ unterteilt und situationsbezogen zur Verfügung gestellt werden. Dies kann z.B. auf Basis des Fehlercodes geschehen, den die Maschine übermittelt. Neben der Digitalisierung der Inhalte muss im vorliegenden Beispiel somit vorbereitend eine Zuordnung von Fehlercode zum Lerninhalt erfolgen.

Als Tool für die Digitalisierung empfiehlt sich der SAP Workforce Performance Builder, mit dessen Funktionalität Lerninhalte (z.B. Benutzerdokumentationen, E-Learnings) erstellt und digitalisiert werden können.

http://www.sap.com/germany/training-education/learning-software-svc/learn/solutions/workforce-perform-builder/index.html

Mit SAP SuccessFactors Learning bilden sich die Mitarbeiter einfach und flexibel weiter. Bei vielen Schulungen geht das sogar von unterwegs – über Smartphone oder Tablet. Die Kursinhalte lassen sich komfortabel verwalten und aktualisieren. Durch integrierte Analysen und Berichte werden Lernerfolge transparent. Das Ergebnis: eine effektive Weiterbildung, die Ihr Unternehmen voranbringt.

http://www.successfactors.com/de_de/solutions/talent/learning.html


Schritt 2: Übermittlung der Inhalte mit Hilfe von IoT Tools – wie das Internet der Dinge (IoT) die Art und Weise wie wir zukünftig lernen verändert

Die Übermittlung der Inhalte an den Servicetechniker kann auf unterschiedlichste Art- und Weise erfolgen, z.B. über QR-Codes (Verknüpfung Lerninhalt mit Fehlercode) oder iBeacons, welche die entsprechenden Informationen identifizieren und direkt auf das Endgerät (z.B. Smartphone, iPad, Wearables, Smart Glass) des Servicetechnikers weiterleiten. Somit trägt IoT mit der entsprechenden Technik ebenfalls dazu bei, diese Informationen dem Servicetechniker zugänglich zu machen und eröffnet somit in der Art des Lernens und des Wissenserwerbs ganz neue Möglichkeiten.


Phase 3: Optimieren

Ziel dieser Phase ist es die Lernprozesse, -methoden und -kultur kontinuierlich zu optimieren und auszubauen.

Das steigende Datenvolumen („Big Data“) mit IoT ermöglicht eine genauere Analyse aller Unternehmensprozesse. Durch Learning Analytics wird ersichtlich, was bereits „gut läuft“ bzw. wo es Notwendigkeiten der Anpassung gibt, die mit Hilfe des Lernens (personalisiert und individuell) behoben werden müssen.

SAP SuccessFactors Learning bietet hier die entsprechende Funktionalität, sowohl im Bereich Learning Analytics als auch bei den personalisierten Lernempfehlungen.

http://www.successfactors.com/de_de/solutions/talent/learning.html

Im Rahmen dieser Phase ist es wichtig zu prüfen, wie die Lernprozesse, -methoden und -kultur kontinuierlich verbessert werden können sowie zu entscheiden, welche neuen IoT Technologien relevant für das Lernen sind (z.B. Wearables, Virtual Reality Brillen, Siri – Speech Interpretation and Recognition Interface).


4. Tipps zur Umsetzung

Immer wieder wird die Frage gestellt, wie man im Rahmen von IoT Projekten am besten vorgeht um auch das Lernen so effizient und effektiv wie möglich zu gestalten.

Die Beantwortung der Frage ist immer sehr individuell und anhand der konkreten Projektstellung zu klären. Wichtige Rahmenparameter aus unserer Erfahrung heraus sind dabei insbesondere:

  • Frühzeitige Einbindung des verantwortlichen Lernbereichs (z.B. HR) in die IoT-Implementierung
  • Analyse der Zielgruppenbedarfe, welche mit IoT Szenarien arbeiten
  • Implementierung von Prototypen und Erstellung von Lerninhalten definiert am konkreten Prozess


Fazit:

Sie sehen, IoT ist bereits in vollem Gange und die möglichen Anwendungsformen sind dabei sehr vielfältig. SAP Education kann Ihnen im Rahmen eines mehrstufigen Ansatzes mit den entsprechenden Produkten und Services helfen, die Anwendungsmöglichkeiten, die mit Hilfe von IoT in Bezug auf das Lernen entstehen, auch in Ihrem Unternehmen zu heben.

Kommen Sie gerne auf uns zu. (education.mee@sap.com)

Autoren:

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Jörg Lange ist Service Portfolio Manager bei der SAP Deutschland und dort für das Thema Internet der Dinge verantwortlich.

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Martin Schulze ist Education Manager bei der SAP Deutschland und verantwortet die Bereiche Business Development, Portfolio Management und strategische Projekte für die Region Mittel- und Osteuropa.

  1. 1) By the end of the decade, 212 billion things, from sensors, cars, to heavy equipment, to consumer appliances, will be connected to the internet. 3 Internet of Things (IoT) 2013 to 2020 Market Forecast: Billions of Things, Trillions of Dollars, IDC, 2013.
  2. 2) https://www.i17.in.tum.de/fileadmin/w00btn/www/IDT_Skill_Report_2015.pdf
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