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Intro

In der ersten Novemberwoche haben wir von SAP Education das Thema Gamification im Corporate Learning 2.0 Mooc eingebracht – zusammen mit Jochen Robes. Nach einem Intro über ein Video wurde verschiedene Videos besprochen, die Effekte von Gamification beschreiben. Auch brachten einige Teilnehmer weitere Links und Beispiele ein, die ich hier in diesem Wiki sammele (falls Sie weitere Ideen haben bitte einfach erweitern). Ihr Wissen rund um Gamification können Sie hier in diesem Quiz testen – sowie ob Sie schnell genug sind es in die Bestenliste zu schaffen :-).

Einer der Teilnehmer brachte einen wichtigen Punkt auf: Oft steht die Sensibilisierung für ein (banales) Thema im Vordergrund (z.B. Treppe steigen = Bewegung ist gesund).  Und damit die Vermutung, dass eine musikalische Treppe mehr bewirkt, als das Verteilen eines Handzettels. Ob diese Idee wirklich zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führt, ist eine andere Frage. Übrigens eine Frage, die beim Design von Gamification immer wichtig ist zu stellen. Gamification sollte als Prozess gesehen werden und nicht nur als die Anwendung von z.B. Punkten, Levels und Leaderboards im Sinne der digitalen Karotte nach Skinner. Das Design sollte man immer prüfen und evtl. anpassen.

Spielen ist nicht gleich Gamification

Viele von uns spielen auch privat gerne. Bei der Reflektion zum Lieblingsspiel wurden in den Foren des Moocs ganz unterschiedliche Spiele genannt. Komplexe Onlinespiele, Sudoku, Gesellschaftsspiele, Fussball bis Schafkopf um nur einige zu nennen. Dabei sah man, daß die Vorlieben ganz unterschiedlich sind. Eine einfache Beschreibung von Spieler Typologien ist der Bartle Test , der zwischen Socializern, Explorern, Achievern und Killern unterteilt. Wenn auch vereinfacht zeigt dies, dass man verschiedene Typen befriedigen sollte. Und seine Zielgruppe untersuchen sollte, inwieweit sie bzgl. solcher Vorlieben tickt.

Daneben kam in den Foren auch die Frage nach der Begriffsbestimmung von Gamification auf.

Eine gute Begriffseinteilung finde ich die  von Mario Herger unter dem Dach von Enterprise Gamification  – die zwischen in System/ Out System unterscheidet.
Ähnlich argumentiert auch der amerikanische Experte Karl Kapp (Video: what is Gamification). Er unterscheidet zwischen Gamification in der Struktur (also Teil einer Plattform z.B. wie LinkedIn) oder Gamification von Inhalten (z.B. E-Learning, Simulationen). Das Gamifizieren von Inhalten ist unter Begriffen wie  Serious Games schon länger bekannt. Gamifizieren von Prozessen oder Systemen mit einzelnen Elementen ist dagegen eher neuer.

Ein Teilnehmer gab folgende kurze Definition, die ich auch gerne hier teilen möchte: „Vereinfacht gesagt ist Gamification (in Verbindung mit Lernen) oder Game-based-learning … eine Option im Lernumfeld, mit spielerischen Elementen die Motivation des Lernenden zu steigern. Der Kreativität sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.“

Beispiele, Möglichkeiten & Grenzen

Nach Teilen von Beispielen von der SAP wurden in den Mooc Foren die Möglichkeiten und Grenzen diskutiert. Mehr Spaß, besserer Wissenstransfer, Anreize oder mehr Engagement werden als Chancen gesehen. Die Grenzen sind u.a. die potentielle Förderung von Spielsucht, nur Leistung für Belohnung, zu viel Wettbewerb. Weitere Herausforderungen sind potentieller Betrug, die Datensammlung und Auswertung die man mit dem Betriebsrat und Datenschutz-Beauftragten immer so frühzeitig wie möglich besprechen sollte. Daneben sollte man die ethische Dimension auch immer reflektieren

Hier zu möchte ich auch Jane McGonigal zitieren, die verschieden Bücher zum Thema Gamification geschrieben hat.

“[..] if you use the power of games to give people an opportunity to do something they want to do, then you’re doing good. If you’re using the power of games to get people to do something you want them to do, then you’re doing evil.”


Anbei noch das


Umsetzung von Gamification

An den letzten 2 Tagen ging es um die Umsetzung. Nach Input zur Umsetzung via Video brachten die Teilnehmer Ihre eigenen Ideen und Vorschläge ein, welche auch in einem Wettbewerb abgestimmt wurden. Sie finden alle auf der Mooc Plattform oder auch hier in den Folien zur Infosession. Als am besten wurden 6 ausgewählt – obwohl auch viele andere super Ideen dabei waren. Auch kamen noch in der folgenden Woche weitere Ideen hinzu.

Die Ideen waren sehr vielseitig – von Quiz, Simulation bis hin zu Simulationen oder Gamification im System z.B. im Gesundheitswesen oder Rollentausch. Dies zeigt auch dass es nicht den einen Weg einer Umsetzung gibt. Es hängt stark vom Kontext & der Zielgruppe ab die es betrifft. Aber auch sehr stark von der Person die das Design entwirft (und z.B. ihres Spielertyps).

International wäre übrigens auch der interkulturelle Aspekt immer zu reflektieren. So ist in den USA Glückspiel (gambling) eher positiv besetzt – bei uns in Deutschland eher negativ. 


Persönliche Reflexion

Faszinierend fand ich die vielen unterschiedlichen Beiträge, was die Vielseitigkeit des Themas aufzeigt. Unter der Woche sass ich meistens noch spät abends am Tablet und lass die Forenbeiträge – den Aufwand nebenberuflich einen cMooc mit zu machen habe wohl nicht nur ich unterschätzt.

SAP intern führen wir seit einigen Jahren Workshops & Trainings zu Gamification durch (bei Interesse das bei Ihnen in der Firma durchzuführen bitte einfach melden). SAP intern jedenfalls habe ich weniger Kritik erfahren – was jedoch auch an der Selbstselektion liegen mag (nur Interessierte kommen zum Training). Lustig fand ich auch den Foreneintrag ala: ich halte nichts von Gamification und poste hier nur um das Badge zu bekommen. Auch wenn man das Thema Badges kritisieren kann wenn zu einfach eingesetzt zeigt es dass es doch wirkt.


Auch gab es im MOOC den einen oder anderen der Grundsatzdiskussionen startete. U.A. habe ich gelernt: Thematik & Nomenklatur abstecken zu Anfang hilft (da nicht jeder ein “just do it” typ ist, der i.S. von agilen Methoden mal loslegt und dann schaut). Aber das ist ja auch das interessante an c-Moocs: kein straffer online-Lehrgang – sondern Collaboration. Als studierter Psychologe fand ich die die Diskussion auch sozialpsychologisch interessant.

Collaboration hätte ich gerne vom Design noch gerne stärker eingebaut i.S. von Gruppen-Challenges – da dies einen stärkeren Effekt hat und noch mehr Spass macht. Aufgrund zeitlicher und technischer Restriktionen war dies aber nicht möglich. Vielleicht im nächsten MOOC.


Ich hoffe den einen oder anderen für das Thema Gamification oder Motivationsdesign begeistert zu haben. Habt Spass – auch auf der Arbeit!


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