Dieser Artikel war Teil einer Einreichung für einen Bildungspreis. Das Konzept der Lernräume ist meiner Meinung nach sehr interessant – daher teile ich es hier in der Community. Ich freue mich über Ihre Kommentare am Ende des Artikels.


SAP ist führender Anbieter von Unternehmenssoftware mit Stammsitz in Walldorf. Seit der Gründung im Jahr 1972 hat sich SAP durch Innovation und Wachstum zum führenden Anbieter von Unternehmenssoftware entwickelt. Mehr als 253.500 Kunden weltweit sind dank der Anwendungen und Services von SAP in der Lage, rentabel zu wirtschaften, sich ständig neuen Anforderungen anzupassen und nachhaltig zu wachsen. Stand 2013 beschäftigt die SAP 66000 Mitarbeiter.

SAP Education ist die Schulungsorganisation der SAP – und einer der größten IT Schulungsdienstleister. Ca. 500000 Mitarbeiter, Partner und Kunden werden jährlich in SAP Software oder Technologie in ca 60 Ländern geschult. Neben Schulungen bietet SAP Education auch Schulungsberatung in SAP Projekten an und vertreibt Schulungsprodukte wie E-Learning Autorensysteme (Workforce Performance Builder, ehemals Datango) oder Lern Management Systeme (SAP Learning Solution oder Successfactors Learning – ehemals Plateau).   

In der Vergangenheit war der Fokus bei SAP Schulungen sehr stark auf Klassenraumtraining, danach vermehrt E-Learning, Blended Learning sowie Virtuelle Klassenzimmer. Da jedoch das informelle soziale Lernen immer wichtiger wird, bietet die SAP Education seit 2014 auch “betreutes Lernen” in Lern-Communities an. Diese sind auch der Gegenstand dieses Artikels.

Kurzdarstellung: Community basiertes Lernen zu SAP Produkten – sozial, mobil & spielerisch

SAP Learning Hub ist ein neuer Zugang zu allen SAP Wissens- und Lerninhalten wie beispielsweise Handbücher oder E-Learning in der Cloud für SAP Kunden & Partner. Der Zugang ist abonnierbar in einem Flat-Rate-ähnlichem Ansatz für 12 Monate. Neben dem Zugang zu Selbstlernmaterial gibt es die Möglichkeit Schulungssysteme zum Üben zu abonnieren, um gelerntes anhand vorbereiteter Aufgaben selbst praktisch zu erfahren.

In Lern-Communities – sogenannten “Lernräumen” können Lerner mit Trainern und anderen Lernen lernen, üben und diskutieren. Diese Lernräume beinhalten neuste Ansätze aus den Bereichen MOOCs, social & mobile Learning sowie Gamification.


Modell der Lernräume

  • Moderiert durch SAP Education Trainer (inhaltlich) sowie Moderator (Prozess & Technik)
  • Feste Lernziele zu einem Übergeordneten Thema – z.B. einer SAP Software
  • Minimal 200 Teilnehmer (kritische Masse von Lern-communities)
  • Selbst-studium mit SAP Learning Hub Inhalten
  • Wöchentliches Lernmaterial durch Trainer (Videos, Übungen, Blogs, Polls)
  • Kollaboration via Diskussionen, Abstimmungen, synchrone Infosessions
  • Zum Kennenlernen des SAP Learning Hub gibt es eine kostenlose Testversion (Discovery Edition)
  • Zur Motivierung der Lerner wurden Gamification Missionen aufgesetzt,
    • Mission 1:  Auffinden der Kurse aus der Testversion die frei zugänglich sind – um die Bekanntheit des SAP Learning Hubs zu steigern (I found SAP Learning Hub Mission – zeitlich unbegrenzt)
    • Mission 2: Anregung zum sozialen Lernen durch schreiben kurzer Reviews der Online-Kurse (Learning Hub Explorer – zeitlich begrenzt auf 2 Monate)
    • Mission 3: HANA Quiz Challenge – Akzeptieren und Durchführen eines Quiz mit Fragen zu SAP HANA. Inhalte gibt es im Kursen im SAP Learning Hub.

Ergebnisse

  • Im ersten Halbjahr 2014 wurden 10 Lerngruppen mit jeweils 300 bis 500 Teilnehmern durchgeführt – alle zeitbezogen ähnlich wie MOOCs
  • Evaluation eines Lernraumes: Engagement-Wert der Teilnehmer (mind. eine Aktion pro Teilnehmer): 40%-54% (Ziel war 20% entsprechend des Creators/ Commentors/ Lurkers Modells)
  • Die “I Found SAP Learning Hub Mission” wurde ca. 4700 mal erfolgreich durchgeführt, die des Learning Hub Explorers ca. 90 mal – Gamification hat also geholfen die Bekanntheit und das Engagement zu steigern und wird noch stärker ausgebaut, speziell in den Lernräumen (Ich werde hierzu demnächst einen Blog veröffentlichen – anbei einSchnappschuss).
  • Seit Mitte 2014 sind ca. 60 offene Lern-Communities im Aufbau und am Laufen – jeweils angelehnt an Curriculums-Bereiche von SAP Education. Die zeitliche Begrenzung und Geschlossenheit der ersten Lerngruppen (angelehnt an xMOOC Designs) wurde in der Evaluation als unflexibel kritisiert – und wird daher nur für ausgewählte Themen angewandt (z.B. Big Data).

Weitere Infos: Demo auf Youtube, Blog im SAP Community Netzwerk


Darstellung des Konzepts: Community basiertes Lernen zu SAP Produkten – sozial, mobil & spielerisch

SAP Learning Hub ist ein neuer Zugang zu allen SAP Wissens- und Lerninhalten, wie Handbücher, E-Learning in der Cloud für SAP Kunden. Der Zugang ist abonnierbar in einem Flat-Rate ähnlichem Ansatz für 12 Monate. Neben dem Zugang zu Selbstlernmaterial gibt es die Möglichkeit Schulungs-systeme zum Üben zu abonnieren, um gelerntes anhand vorbereiteter Aufgaben selbst zu erfahren.

Mithilfe von Reports über die Nutzung von Lerninhalten sowie den Lernfortschritt können Unternehmen die für ein SAP Projekt am besten geeigneten Mitarbeiter ermitteln. Und da die Lösung in der Cloud bereitgestellt wird, muss sich der Kunde nicht um IT-Ressourcen, Support oder Software- Aktualisierungen kümmern.

Durch das Flatrate-Verfahren, ähnlich wie bei Spotify oder Netflix, können SAP Kunden sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter optimal geschult sind und reduzieren gleichzeitig den Aufwand für Reisen.

Mitarbeiter, die an einer SAP Präsenzschulung teilgenommen und eine Zertifizierung von SAP Education erworben haben, benötigen im Allgemeinen auch weiterhin Schulungen, um ihre Kenntnisse aufzufrischen oder zu vertiefen.

In Lern-Communities – sogenannten “Lernräumen” –  können Lerner mit Trainern und anderen Lernen gemeinsam lernen, üben und diskutieren. Diese Lernräume beinhalten neuste Ansätze aus den Bereichen MOOCs, social & mobile Learning sowie Gamification.


Merkmale der Lernräume

  • virtuelle Räume auf der Social-Media-Plattform SAP Jam für Lerngruppen, in denen die Lerner zusammenarbeiten und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln können
  • strukturiert und von SAP-Referenten moderiert, um definierte Lernziele zu unterstützen
  • auf Erfahrungen beruhende Lernszenarios
  • ermöglicht den Lernenden direkten Kontakt und Interaktion mit Referenten und anderen Lernenden für Zusammenarbeit und Vernetzung
  • ermöglicht synchrone (Chat, Anwendungsfreigabe) und asynchrone (Diskussionen, Feeds, Dokumente) Zusammenarbeit
  1. Einführung in den Lernraum mit Einführungsvideos sowie vom Trainer ausgewählten Lernmaterial

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2. Möglichkeiten Fragen zu stellen, zur Feedback-Umfrage, synchrone Live Sessions und Übungssysteme zu nutzen oder zusammen zu arbeiten und zu Lernen

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3. Timeline/ Feed: Beispielsweise mit Poll, vergebenen Aufgaben, Kommentaren & Fragen

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4. Erreichbarkeit der Teilnehmer via Abonnement der Updates per Mail oder per mobiler App

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Rollen & Verantwortlichkeiten in den Lernräumen


Trainer (SAP Education)

  • Inhaltliche Verantwortung
  • Auswahl von Material für Selbst-studium
  • Erstellung von Interaktionen (wöchentlich)
  • Beantwortung von Fragen

Moderator

  • Aufsetzen und beenden des Raums basierend auf Template
  • Kontakt bei technischen Fragen
  • Reporting

Themen Verantwortlicher (Portfolio Manager)

  • Themenauswahl für Lernräume
  • Findung von Trainern

Operations

  • Pflege auf dem Learning Management System des SAP Learning Hub

Tips für Lernraum Moderatoren

  1. Motiviere und aktiviere Teilnehmer, z.B. mit Polls
  2. Stelle Dich mit einem Video vor. Bitte Lerner sich auch vorzustellen
  3. Erkläre wie Lerner die Lernräume nutzen können
  4. Biete zusätzliche Übungen für einzelne & Teams
  5. Check des Lernraums einmal täglich um Fragen zu beantworten (~1 h pro Tag reservieren – besonders am Anfang)
  6. Organisiere synchrone Events: Expertenchats, Infosessions

Ergebnisse & Erfahrungen bis jetzt

  • Im ersten Halbjahr 2014 wurden 10 Lerngruppen mit jeweils 300 bis 500 Teilnehmern durchgeführt – alle zeitbezogen ähnlich wie Moocs
  • Evaluation eines Lernraumes: Engagement-Wert der Teilnehmer (mind. eine Aktion pro Teilnehmer): 40%-54% (Ziel war 20% entsprechend des Creators/ Commentors/ Lurkers Modells)
  • Die “I Found SAP Learning Hub Mission” wurde ca. 4700 mal erfolgreich durchgeführt, die des Learning Hub Explorers ca. 90 mal – Gamification hat also geholfen die Bekanntheit und das Engagement zu steigern. Derzeit wird daran gearbeitet Gamification innerhalb der Lernräume noch weiter auszubauen – speziell um Lerner mehr zum Mitmachen zu motivieren. Ein Hauptelement sind Missions – als einzelne oder Teamaufgabe.
  • Seit Mitte 2014 sind ca. 60 offene Lern-Communities im Aufbau und am Laufen – jeweils angelehnt an Curriculums-bereiche von SAP Education. Die zeitliche Begrenzung und Geschlossenheit der ersten Lerngruppen (angelehnt an xMooc Designs) wurde in der Evaluation als unflexibel kritisiert – und wird daher nur für ausgewählte Themen angewandt (z.B. Big Data).
  • Für Trainer und Moderatoren wurde ein eigener “Trainer Lernraum” erstellt. Viele Trainer sind Klassenraumtraining gewohnt und “nebenbei” einen Lernraum zu moderieren ist auch nicht immer einfach – hier müssen noch einige Change Management Aktivitäten durchgeführt werden
  • Das didaktische Konzept ist flexibel und hat einen starken Fokus auf Üben und Erfahrungs-austausch in kleineren, geschlossenen Gruppen. Dieses Konzept hatte sicher auch die sehr hohe Beteiligungsquote zur Folge. Im Gegensatz zu anderen sozialen Lernszenarien wie beispielsweise bei MOOCs.
  • Derzeit sind in den Lernräumen pro Monat ❗ mehr als 50% der Teilnehmer aktiv.


Einen speziellen Zugang gibt es für Studenten – anbei eine für diese Zielgruppe aufbereitete Infografik.

Bei Interesse buchen sie einfach die kostenlose Testversion (Discovery Edition) – dort gibt es auch immer Lernräume zum ausprobieren.

Weitere Infos: Demo auf Youtube, Blog im SAP Community Netzwerk.

Für bestehende Nutzer des SAP Learning Hubs haben wir ein Video erstellt das erklärt wie man die Lernräume bucht.

Erfolgsmessung der Lernräume: Vortragsfolien (Slideshare)

Weitere Informationen finden Sie auch im Webseminar zum Thema: „Betreutes“ Social Learning – ein Erfahrungsbericht von SAP Education (25.09.).

Das Lernraum Team

“Christoph Haffner studierte Archäologie und Computer Science in Hamburg and Kiel. Zusätzlich hat er einen Abschluss in Multimedia Management. Er arbeitete als Forscher an der Universität Kiel und als freier Multimedia Produzent in Hamburg. 

Er hat inzwischen mehr als 7 Jahre Erfahrung als Experte im social learning, mobile und Medienproduktion im Wissenstransfer bei der SAP.


Rich Media and Mobile Learning Tasks at SAP, Talk at the 6th tele-TASK Symposium (2012) at HPI

Successful Mobile Scenarios for Internal Collaboration and Learning. Congress Interview 2014

Lars Satow studierte Psychologie an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Freien Universität Berlin. Es folgte 2000 die Promotion am Institut für Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie der Freien Universität Berlin. Als Certified Learning Officer (CLO-HSG) und Knowledge Transfer Architekt bei SAP beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Themen der Aus- und Weiterbildung und effektiven Wissensvermittlung. Er war verantwortlich für den Aufbau der globalen SAP Education Community und entwickelte das Konzept der Learning Rooms als kleine, flexible Lerngruppen auf Social-Media-Plattformen.

Aktueller Beitrag auf dem SCIL-Blog:

Trend-Monitoring im Corporate Learning bei SAP

Arnold Jung studierte Sprachen und Foreign Studies an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Daneben hat er einen MBA vom Henley Management College. Er ist globaler Portfolio Manager sowie Transformation-Lead bei SAP Education.

Learning Rooms: Social Learning with SAP Learning Hub

Thomas Jenewein ist bei der SAP Deutschland Business Development Manager für SAP Education. Zuvor war er als Produktmanager für Lernsoftware tätig.  Im Personalbereich der SAP war er zuvor Leiter des SAP-internen Learning Consultings und verantwortlich für strategische Weiterbildungsprogramme und für die Anwendung neuer Lernansätze und Medien. Also Programm-Manager und interner Berater arbeitete er davor in der SAP-University an verschiedenen Personalentwicklungs-projekten. Er studierte Organisations- und Wirtschaftspsychologe in Mannheim und San Diego.

Ausgewählte Blogs

Learning SAP: The 70/20/10 Model

Social Media in Learning and Talent Development

Linkedln I XING I Twitter I Blog

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