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Rückblick und Zusammenfassung des Webinars

Prof. Dr. Armin Trost, HRM & Talent Management Experte sowie einer der führenden deutschen Köpfe im Personalwesen, beleuchtete im Webinar den zunehmenden Trend der Agilität und was dies für die Arbeit im Allgemeinen und die der Personaler und Personalentwickler bedeutet. Arbeitswelten
befinden sich derzeit in einem Umbruch hin zu höherer Agilität – einer der Haupttreiber ist die zunehmende Komplexität.
Mitarbeiter tragen mehr Eigenverantwortung, arbeiten in Teams an Aufgaben mit geringer Ergebnis- und Prozesssicherheit.  Das bedeutet für Manager eher eine Rolle des Partner, Befähiger & Coach  – anstatt der Rolle des „Herrschers und Boss“.

Was bedeutet das für Lernen & Personalentwicklung? Mehr Förderung von Vernetzung, „undercover Arbeiten“, Eigenverantwortung & Selbstorganisation.
Dazu helfen  beispielsweise Communities – welche sicher firmenintern mit SAP Jam sehr gut abbildbar sind. Der Wandel im Wissensmanagement muss von Collect-Ansätzen (= ablegen von Dokumenten) – in Connect-Ansätze gehen (mit Hilfe sozialer Medien).  HR muss das ermöglichen und Mitarbeiter dazu befähigen. 
In agilen Organisationen müssen Mitarbeiter ständig Feedback einholen, z.B. was durch Methoden wie Scrum oder Design Thinking institutionalisiert werden kann.

Dies ist auch belegt durch die Feedback-Forschung: Feedback auf der Prozessebene ist am effektivsten. Nachfrageorientierte Lernwelten wie die externen Beispiele Youtube & Twitter müssen Mitarbeitern offen (zugänglich) sein, damit sie immer bei Bedarf lernen können.

Was kann HR tun?

Hier gibt es drei Dimensionen. Eine ist Darwinismus – sprich darauf bauen, dass sich die agilsten Mitarbeiter selbst durchsetzen. Die  zweite Dimension ist „Zentrale Planung & Verantwortung à la Personal-Planwirtschaft“ mit Programmen und Standardprozessen und ist derzeit stark en vogue. Prof. Trost empfiehlt Personalern, sich mehr der dritten Dimension zu öffnen – Eigenverantwortung und Befähigung – und damit Mitarbeiter wie Erwachsene zu behandeln.

Aber wie kann dies geschehen? Folgende Maßnahmen rät Prof Trost:

  • Anlässe für Networking schaffen, 
  • Befähigung in Methoden – auch wie Scrum, Design Thinking,
  • Training von Führungskräften, 
  • Begleitung des Wandels
  • sowie auch loslassen und Prozesse & Instrumente eliminieren. Ein Beispiel waren komplizierte Firmenpolicies wie zur Zeiterfassung oder Reisekostenabrechnung.

  

Am Ende des Tages ist ein Wandel hin zu mehr Agilität für fast alle Unternehmen auch ein Cultural Change. Hier gilt es zu analysieren, wo wir jetzt stehen bzgl. Agilität und wo wir hin wollen. Dann kann HR coachen und befähigen, sowie auch Impulse von extern holen. Einbeziehung der Mitarbeiter, Offenheit auch für abwegig erscheinende Lösungsvorschläge  und radikales Hinterfragen und Reflektieren der Ist-Situation in Ruhe abseits des daily business  sind weitere Vorschläge für eine Unterstützung dieses Wandels.

Impulse & Literatur finden Sie am Ende des Artikels. Die Aufzeichnung und Folien des Webinars bekommen Sie hier nach Registrierung. Das nächste Webinar unserer Reihe zu Successfactors Learning zeigt Ihnen übrigens ein Instrument, das Ihnen hilft, Lernen agiler zu machen. Die Aufnahme – sowie einen Blog mit der Zusammenfassung finden Sie hier.

Polls & Abstimmungen

Spielt das Thema HR-Agilität in Ihrem Unternehmen eine Rolle?

40% stimmten mit: „nein, noch nie gehört“; 17% mit „es erscheint allmählich“, 23% „ wir beschäftigen uns damit“;  10% „ wir
arbeiten ernsthaft daran“ und nur 4% „hat sich zur Top-Prio entwickelt“.
à also ein Thema das im Kommen ist – wobei viele noch nicht die Hintergründe kennen.

Auf dem Spektrum zwischen Hierarchie und Agilität: wo stehen Sie heute?

Hier konnten sich die Teilnehmer auf einer 5-Punkte Skala einordnen. Demnach befinden sich derzeit  37% im Bereich eher Hierarchie, 25% mittendrinnen, 27% eher agil, und 9% agil. Wahrscheinlich gibt diese Umfrage nicht die Grundgesamtheit wieder, die sicher hierarchischer geprägt ist – da ja im Webinar Menschen waren die sich für das Thema interessieren…

Wer ist in Ihrem Unternehmen in erster Linie für Lernen verantwortlich?

22% stimmten hier mit „die Mitarbeiter selbst“, 10% „HR“, 25% mit „Gemeinsame Verantwortung“, 35% „Gemeinsame Verantwortung, aber vor allem die Mitarbeiter“, 8% „Gemeinsame Verantwortung, aber vor allem HR“. Sicher ein sehr gutes Verhältnis bezüglich dem Trend, dass die Verantwortung beim Mitarbeiter & Manager liegen sollte –  evtl. gilt hier auch der Punkt der Verzerrung der Sichtprobe wie oben.

Fragen

Danke für den interessanten Vortrag. Frage: Ist Agilität erlernbar oder bringt man das mit? Wie kann man Agilität im Rahmen des Recruitings oder der PE erfassen?

Sicher gibt es gewisse Persönlichkeitsmerkmale bzgl. Flexibilität, Offenheit etc. Methoden kann man jedoch einfach lernen – was besonders Mitarbeitern  hilft, die nicht extrem flexibel sind. Neben Enablement hilft es, agile Methoden zu institutionalisieren – sei es SCRUM im Projektmanagement oder Design Thinking in der Produktentwicklung. Weitere Quellen finden Sie unten.

Welche Impulse empfehlen Sie, um vom starren hierarchischen Unternehmen zu einem agilen Unternehmen zu entwickeln?

Hier möchte ich den Kommentar eines Teilnehmers zitieren: „Agilität kommt durch Nutzung agiler Methoden und üben, üben, üben!!! Impulse können durch Beratung & Prozessbegleitung im Kulturwandel oder in der Einführung agiler Methoden sein.

Stößt die Agilität bei gesetzlichen Vorgaben an ihre Grenzen? (Thema Reisekostenabrechnung vs. Revisionssicherheit).

Das gilt es zu prüfen – Prof. Trost ist leider kein Arbeitsrechtsexperte. Als Input von der SAP kann ich sagen, dass wir beispielsweise Vertrauensarbeitszeit haben, anstatt Zeiterfassung. Das hilft mir z.B. agiler & flexibler zu sein.

Können Sie bitte noch etwas ausführlicher auf agile Methoden eingehen? &  Haben Sie Literaturempfehlung dazu?

Bitte finden Sie diese Infos unten bei den Links & Quellen.

Literatur und weitere Quellen

Bücher

Gary Hamel (2012): Worauf es jetzt ankommt!: Erfolgreich in Zeiten kompromisslosen Wandels, brutalen Wettbewerbs und unaufhaltsamer Innovation

Trost, A., Jenewein, T. (Hrsg). (2011): Personalentwicklung 2.0. Lernen, Wissensaustausch und Talentförderung der nächsten Generation. Köln, Germany: Luchterhand

JohnKotter:  Accelerate – Building Strategic Agility for a Faster-Moving World.

Artikel und weitere Infos

Was agile Methoden zum Erfolgsfaktor macht: Studie & Hintergründe zu agilen Methoden

Design Thinking in Action  – Kategorie der SAPinfo mit verschiedenen Artikeln, Interviews, Case Studies zu Design Thinking.

Einer der vielzähligen Foliensätze des Designthinking Expertens Jochen Guertler auf Slideshare 

SAP Design Thinking Community mit Beispielen, Blogs und Diskussionen rund um Design Thinking

Kundenspezifischer Design Thinking Workshop von SAP Education mit erfahrenen Coaches bei Ihnen vor Ort zu Ihren Themen

Ich freue mich über Ihr Feedback sowie Input zu weiteren Quellen – gerne über den Kommentar Bereich unten.

TLDR (Too Long – Did not read)  

Firmen und Personalbereiche müssen agiler werden. HR kann dabei die Einführung agiler Methoden unterstützen, sowie Eigenverantwortung, Vernetzung oder informelles Lernen fördern.

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2 Comments

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  1. Frank Edelkraut

    Vielen Dank für das gestrige Webinar. Es hat mich positiv überrascht, dass so viele Teilnehmer dabei waren und das Thema „Agil” endgültig in HR angekommen ist!

    Meine Erfahrung von der diesjährigen Manage Agile ließ anderes vermuten. Mein Eindruck auf der Konferenz war,  dass die beiden Welten “Agile Manager” und “Agile Personaler” noch zusammengebracht werden müssen. Daher wollte ich die Kollegen im Business motivieren, mehr auf die Personalabteilung zuzugehen und gemeinsam zu entwickeln, was in nächster Zeit überarbeitet werden muss (HR Agilitäts Radar).

    Herr Trost hat gestern bereits einige Felder angesprochen aber aus eigener Erfahrung in agil arbeitenden Unternehmen ist die, dass  alle HR-Systeme angeschaut werden müssen, da die Situation jeweils sehr unterschiedlich ist. Link: http://de.slideshare.net/fredel00/hr-in-agilen-Umgebungen 

    Ach ja: Auf die Gesamtsystematik der HR-Arbeit und das BetrVG haben einige Zuhörer recht überrascht reagiert. HR könnte also gerne öfter zeigen, was es leistet!  😉

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  2. Marion Eickmann

    Ich kann Ihren Ausführungen nur zustimmen.

    Wir beschäftigen und seit 8 Jahren mit der Einführung Agiler Methoden und haben auch schon einige Projekte bei SAP realisiert. Es ist ganz klar, dass dieses Thema nicht mehr nur die Entwicklungsteams betrifft, sondern zunehmend als ganzheitliches Vorgehen verstanden wird, welches unternehmensübergreifend Verbesserungen mitbringt.

    In den letzten Monaten habe ich mit vielen HR Leuten gesprochen, die verstehen wollen, wie Sie ihre Kollegen beim Vorhaben agile Methoden einzuführen unterstützen können. Häufige Fragen bezüglich Agiler Transformationen sind dabei: Wie wird aus Managern eine Agiler Leader, Welche Qualifikationen der Teams und Rollen im Unternehmen sind notwendig um agile Methoden erfolgreich einsetzen zu können, Wie gelingt es Nachhaltigkeit zu erreichen, u.v.m

    Agilität bringt neben kommunikativen Verbesserungen, optimierter Zusammenarbeit und vertrauensvoller Arbeitsumgebungen insbesondere eine hohe Mitarbeiter Zufriedenheit und Motivation mit sich und dies sind Themen mit denen sich jedes Unternehmen auseinander setzen sollte.

    Mehr Informationen lassen sich hier finden: agile42 | Agile Transition

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