Rückblick & Zusammenfassung des Webinars

Seit fast zwanzig Jahren gibt es Lernplattformen, auch Learning Management Systeme bzw. LMS genannt. Oft bereits totgesagt, bilden sie nach wie vor die zentrale Lerninfrastruktur in Corporate Learning. Hier laufen regulatorische Anforderungen, unternehmensweite Ausbildungsgänge und individuelle Entwicklungsprozesse zusammen. Doch so wie sich das Online-Lernen in den letzten Jahren gewandelt hat, haben sich auch die Anforderungen an ein LMS verändert. Heute sollen sie z.B. social & mobile sein, Learning Analytics unterstützen und Video integrieren. Und sie sollen die Vorteile umsetzen, die cloud-basierte Lösungen bieten.

Bildungsexperte Dr. Jochen Robes (Weiterbildungsblog) stellte die Entwicklungen und Trends zum Thema Learning Management Systems am 12.11. in  einem Webinar vor. Nach einem Blick auf die Anforderungen und Funktionen beleuchtete er den Markt und die Geschichte von LMS. Dabei zeigt sich, dass es leider wenige europäische Studien gibt, oft muss auf amerikanische Daten und Analystenstudien zurückgegriffen werden. (dabei freut es mich natürlich, dass bei allen Analysten wie Gartner, Forrester oder Bersin das LMS von Successfactors am besten bewertet wird – SAP hat diese Firma vor 3 Jahren gekauft). 

Die Trends, die anschließend beleuchtet wurden, sind im Wesentlichen auch diejenigen, welche allgemein im Corporate Learning Bereich diskutiert werden:  Video, Mobile, Gamification, Social, Personalisierung, Learning Analytics, Tin Can API, Cloud, Extended Enterprise.

All diesen Trends sollte sich ein modernes LMS öffnen – sonst gehört es vielleicht wirklich der Vergangenheit an.

Die Aufnahme des Webinars finden Sie hier, die Folien hier.

Umfragen

Interessant waren auch die Umfrageergebnisse der gut 100 Teilnehmer:

Frage 1:
Benötigen Unternehmen und Organisationen heute noch ein Learning Management System? (Ja / Ja, aber nur für formales Lernen /Nein):

Niemand stimmte mit nein, ca. 85% für ja, ca. 15% für ja, aber nur für formelles Lernen

Frage 2:
Welchen der zuletzt genannten Trends würden Sie bei einem Learning Management System am meisten schätzen?

Hier verteilten sich die Bewertungen auf die Themen Video, Mobile, Gamification, Social, Cloud. Die anderen Trends bekamen keine oder kaum Nennungen. Bei einigen liegt es auch sicher daran, dass sie noch nicht ausgereift sind – wie z.B. der Tin Can, zumal hier das Thema Security noch ungeklärt ist.

Fragen & Antworten (Jochen Robes & Thomas Jenewein)

Wie können moderne LMS das Thema Learning on demand unterstützen?
Über das Managen von kurzen Lerneinheiten, die einfach gefunden werden, z.B. Video (Microlearning Ansatz), sowie über Social Learning Szenarien – wo ich Experten- oder informelles Wissen schnell finden kann.

Adaptive Systeme: wie bewerten Sie diesen Trend im Hinblick auf LMS?

Inhalte, die automatisch vorgeschlagen werden, gehen in diese Richtung – ähnlich wie „Recommendations“ bei Amazon. Wenn dies mit wenig Administration verbunden ist, also das LMS mit Algorithmen im Hintergrund arbeitet, ist es ein interessantes Thema – jedoch noch sehr wenig aktiv nachgefragt.

Wie stark ist der Trend, den ROI von Lernaktivitäten zu messen? Und hier nicht nur Teilnahmen etc.

Dieser Trend besteht, hat sich jedoch gewandelt vom „Kirkpatrick-Modell“ der Happy Sheets – ROI Studien zu einem eher „Learning Analytics-Ansatz”. Dort wird versucht, Kennzahlen des Lernens mit anderen Kennzahlen aus Talent Management, Performance Management, Umsatz, Mitarbeiter Umfragen etc. in Bezug zu setzen, – um den Einfluss auf das Geschäft zu analysieren. Z.B. kann man Fragen analysieren wie: Bilden wir für Jobs aus, die wir in der Zukunft benötigen? Wie ist die Zielerreichung von Teilnehmern eines Curriculum vs. anderen Mitarbeitern? Weitere Infos und Folien finden Sie auch in diesem Blog zu Learning Analytics

Internes Training vs. “Kundentraining” (Trainings, die Kunden gegen Entgelt angeboten werden): Eine Lösung oder zwei verschiedene? 

Die Antwort hierauf war: „kommt darauf an“. Bei Überschneidung der Inhalte und Zielgruppen (z.B. ausgesourcte Mitarbeiter) macht eine gemeinsame Plattform sicher mehr Sinn – v.a. mit Blick auf Effektivität und Effizienz.  

Bei der Tortengrafik, dass 75 % der befragten Unternehmen bereits ein LMS haben, ist n=349 angegeben – Sind die befragten Unternehmen aus Europa / USA / weltweit?  Aus dem deutschsprachigen Raum (Link).

Inwiefern greifen moderne LMS das Thema eAssessment auf?

Fast alle LMS haben heute eAssessment-Werkzeuge. Speziell bei erweiterten Anforderungen an Reporting, Testformate oder Testlieferung (z.B. Proctorplayer) lohnt es aber, sich nach umfassenderen eAssessment Plattformen umzuschauen. Beispielsweise der SAP Assessment Manager der Firma
Questionmark, der sich auch einfach in SAPs LMS-Lösungen integrieren lässt.

Das Interesse und die Beteiligung haben uns sehr gefreut. Wir veranstalten noch weitere spannende Webinare, zu denen Sie sich anmelden können:

  • Agiles Lernen – Lernen in Zeiten von Komplexität, Digitalisierung,  Vernetzung – 18.11.2014 – 14.00 Uhr – mit Prof. Dr. A. Trost Hier finden Sie das Recording und hier finden Sie den Blog mit der Zusammenfassung
  • Modernes Lernen der nächsten Generation: SAP SuccessFactors Learning – 28.11.2014 – 14.00 Uhr – mit Thomas Jenewein, Marc Welcker (SAP) und Michael Repnik (Learnchamp) Hier bitte anmelden

TLDR (Too Long – Did not read – Zusammenfassung)

Wenn das LMS sich weiter entwickelt und Bildungstrends abbildet, wird es weiter am Leben bleiben und Firmen helfen, Lernen und Arbeiten zu unterstützen.

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